Wildlebende Honigbienen in der EU neu als «stark gefährdet» eingestuft
Von FreeTheBees
Die Schweizer Daten der Studie stammen aus dem Langzeit-Monitoring von FreeTheBees. Nun stellt sich die Frage, wie die Schweiz mit dem neuen Wissensstand umgeht.
(Freiburg)(PPS) Die Honigbiene ist nicht nur Nutztier der Imkerei, sie lebt auch wild in Baumhöhlen und Felsspalten. Auf Grundlage einer neuen Studie von Dr. Patrick Kohl (Universität Hohenheim) und Dr. Benjamin Rutschmann (Agroscope Zürich), erschienen in Conservation Science and Practice, hat die IUCN die wildlebende Honigbiene in den EU-27 erstmals als «stark gefährdet» eingestuft. Damit erhält sie einen offiziellen Gefährdungsstatus.
Für FreeTheBees ist das ein besonderer Meilenstein: Die Schweizer Daten der Studie stammen aus unserem Langzeit-Monitoring «Wildtier Honigbiene – Baumhöhlen erforschen & Lebensräume schützen» (früher SwissBee Mapping). Seit 2012 dokumentieren rund 180 Freiwillige über 400 freilebende Nistplätze und schaffen damit eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für den Schutz der wildlebenden Honigbiene.
Die Forscher empfehlen, wilde Honigbienen als Teil der Biodiversität anzuerkennen und systematisch zu überwachen. Wildvölker machen rund ein Sechstel der europäischen Honigbienen aus, doch ihr Lebensraum wird knapp: Es fehlt an alten Bäumen mit Höhlen, an Nahrung und an naturnahen Strukturen. Auffällig sind zudem starke regionale Unterschiede, deren genaue Ursachen wissenschaftlich noch offen sind.
Mit der neuen Einstufung beginnt ein neues Kapitel. Für die Schweiz stellt sich nun die Frage, wie sie mit diesem wissenschaftlichen Kenntnisstand umgeht und welche Konsequenzen sich für Naturschutz, Behörden und Imkerei ergeben.
«Wir sind gespannt, wie Organisationen, Forschungsinstitutionen, Behörden und Bundesämter auf diese Erkenntnisse reagieren und wie sie künftige Forschung, Schutz und Politik prägen», sagt André Wermelinger, Geschäftsführer von FreeTheBees.
«Die Honigbiene hat es verdient, als Wildtier wahrgenommen zu werden und unsere Aufmerksamkeit zu erhalten. Ich danke Patrick Kohl und Benjamin Rutschmann für diese wichtige Studie», sagt Raphaèle Piaget, Projektleiterin «Wildtier Honigbiene» und Vorstandsmitglied von FreeTheBees.
Zu den möglichen Ursachen der regionalen Unterschiede und zur Situation der wilden Honigbiene in der Schweiz geben wir Ihnen gerne im Gespräch Auskunft. Für Interviews mit unserem Team stehen wir Ihnen zur Verfügung, und auf Wunsch vermitteln wir auch den Kontakt zu Dr. Benjamin Rutschmann, der die wissenschaftliche Analyse unserer Monitoringdaten leitet.
Bildmaterial
Gerne stellen wir Ihnen honorarfreies Bildmaterial für Ihre Berichterstattung zur Verfügung:
- Porträt André Wermelinger, Geschäftsführer FreeTheBees (Bildnachweis: Daniel Boschung)
- Freilebende Honigbienen in einer Baumhöhle (Bildnachweis: Ingo Arndt)
Die Bilder in Druckauflösung finden Sie unter diesem Link. Der Abdruck ist honorarfrei im Zusammenhang mit dieser Meldung, bitte jeweils mit Nennung des Bildnachweises.
Weiterführende Links
- Studie in Conservation Science and Practice: https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/csp2.70345
- Pressemitteilung der Universität Hohenheim: https://www.presseportal.de/pm/118695/6316434
Über FreeTheBees
FreeTheBees ist die einzige Organisation in der Schweiz, die sich aktiv für das Überleben der wildlebenden Honigbiene einsetzt. Unabhängig und gemeinnützig setzt sie sich mit innovativen Ansätzen wie dem Projekt «Wildtier Honigbiene» (früher Swiss BeeMapping), der Schaffung von Baumhöhlenhabitaten und einem Entdeckungspfad für die Erhaltung natürlicher Lebensräume und die Förderung der Biodiversität ein.
Mehr Informationen: www.freethebees.ch
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Kommunikation, FreeTheBees
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