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GAV-Löhne verlieren erneut an Kaufkraft

Von PPS

Neue GAV-Lohnstatistik

(Bern)(PPS) Die Löhne der Arbeitnehmenden mit Gesamtarbeitsvertrag (GAV) halten mit der Teuerung nicht Schritt. Die GAV-Effektivlöhne steigen 2026 im Durchschnitt nur um 0,5 Prozent – bei einer Teuerung von derzeit rund einem Prozent. Damit sinkt die Kaufkraft erneut. Für die laufende Lohnrunde fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) 2,5 Prozent mehr Lohn: Alle Arbeitnehmenden müssen den vollständigen Teuerungsausgleich und endlich wieder mehr Kaufkraft erhalten.

Die heute vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte GAV-Lohnstatistik zeigt, wie wenig die Löhne derzeit zulegen. In der Industrie steigen die Effektivlöhne lediglich um 0,3 Prozent. Auch bei den GAV-Mindestlöhnen fällt die Entwicklung ungenügend aus: Sie erhöhten sich im Durchschnitt um 0,8 Prozent und gleichen damit die Teuerung ebenfalls nicht aus.

Mehr individuelle Lohnerhöhungen

Grund für die schwache Lohnentwicklung sind die Arbeitgeber, die trotz guter Geschäfte bessere Abschlüsse blockieren. Besorgniserregend ist auch, dass die Arbeitgeber die Löhne vermehrt individuell statt generell erhöhen. Von der durchschnittlichen Lohnerhöhung von 0,5 Prozent entfielen 0,3 Prozentpunkte auf individuelle Lohnerhöhungen. Damit erhalten nicht alle Beschäftigten eine verbindliche Lohnerhöhung. Ob jemand eine Lohnerhöhung erhält, liegt im Ermessen der Arbeitgeber. So gehen viele Beschäftigte leer aus. Nicht selten missbrauchen die Arbeitgeber die individuellen Lohnerhöhungen auch, um neue Beschäftigte einzustellen.

Die Löhne müssen deutlich steigen

Für 2027 braucht es deutlich höhere Löhne. Eine Lohnerhöhung von rund einem Prozent ist nötig, um die Teuerung auszugleichen. Doch ein blosser Teuerungsausgleich reicht nicht: Auch die steigenden Krankenkassenprämien belasten die Haushalte immer stärker. Gleichzeitig steigt die Produktivität in der Schweiz jedes Jahr. Die Arbeitnehmenden müssen wieder am wachsenden Wohlstand beteiligt werden. Die Kaufkraft der Löhne muss deutlich steigen. Der SGB fordert deshalb 2,5 Prozent mehr Lohn für 2027.

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