Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum

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hnb-verlag, Berlin

(Berlin) Neuerscheinung aus dem hnb-verlag:

Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum
Eine Schwarzwälder Bauernfamilie zwischen Tradition und Moderne

In diesen Tagen erscheint im hnb-verlag der Roman „Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum“ von Friedericke Godel.

Gerhard Klotz, der größte Obstbauer im Bühlertal, versäumt es in seiner Sturheit, seinen Betrieb den Markterfordernissen anzupassen. Er tyrannisiert seine Familie und seine Landarbeiter mit seiner unbeugsamen Härte. Sein älterer Sohn Tobias verlässt nach einem heftigen Streit und der Uneinsichtigkeit des Vaters von einem Tag zum anderen das Gut. Den jüngeren Sohn Klaus, den Gerhard ohnehin nicht leiden kann, weil er das Klavier der Landwirtschaft vorzieht, verjagt er erbarmungslos. Auch die Bäuerin lässt Gerhard einfach im Stich, als diese schwer erkrankt.

Eine turbulente Geschichte um eine Schwarzwälder Bauernfamilie, die einen Weg zwischen der Tradition und der Moderne suchen und finden muss. Dabei beleuchten die Turbulenzen und Geschehnisse rund um das Obstgut auch das dörfliche Leben, und natürlich kommen auch die Romantik und die Liebe nicht zu kurz.

Leseprobe:
„…Müde blickte Jutta über das Chaos und hätte sich am liebsten ins Bett gelegt. Seit einigen Tagen ging es ihr gar nicht gut, sie hatte Schmerzen am ganzen Körper, die Knochen, ihr Kopf und der Magen taten weh. Sie stöhnte auf, sagte aber nichts zu ihrem Mann, denn der hatte überhaupt kein Verständnis für irgendwelche Zimperlichkeiten, sondern tat alles mit einer Handbewegung ab, was nach einer Krankheit aussah oder gar eine sein könnte.
„Willst du nicht endlich anfangen und aufräumen?“, blaffte er sie da auch schon unsanft an. „Du musst dich beeilen und heute Nachmittag zur Kirschenernte mitkommen. Wir können das Obst nicht an den Bäumen verfaulen lassen, da muss jetzt jeder mit anfassen! Das müsstest du doch schon bemerkt haben. Dass ich immer alles predigen muss und niemand in diesem großen Haus versucht mitzudenken!“
„Ist ja schon gut. In einer Stunde kann es losgehen“, antwortete Jutta mit einem Seufzer, zog langsam ihren schlappen Körper hoch, schleppte sich an den uralten Spülstein und begann stöhnend mit dem riesigen Abwasch.
Gerhard hingegen stopfte sich seine Pfeife und goss sich noch ein Bier in seinen Steinkrug. Wie jeden Tag setzte er sich auf die Bank unter dem Küchenfenster und genehmigte sich eine Pause, um das Essen in aller Ruhe sacken zu lassen.
Eigentlich hätte er in die Stube gehen und sich an den alten, wuchtigen Schreibtisch setzen müssen, an dem schon sein Urgroßvater die Geschäfte geführt hatte. In einem der Keller stapelten sich Körbe mit Schnapsflaschen, in einem anderen war es auch nicht besser, dort hortete er unzählige Kisten Apfelsaft. Bald würde dort kein Platz mehr sein, wenn er nichts verkaufen konnte.
Sein Obst entsprach nicht mehr den Normen und wurde deshalb von der Genossenschaft nicht angenommen. Zwei Supermärkte hatte er inzwischen aufgesucht, aber die hatten ihn an einen Chefeinkäufer im Rheinland verwiesen, und als er dort angerufen hatte, war er mit wenigen Worten abgefertigt worden: Man bräuchte kein Obst mehr und hätte schon genug Lieferanten. Also musste er die Ernte erneut zu Schnaps und Saft verarbeiten. Dass ihm Tobias genau das schon vor Jahren prophezeit hatte, verdrängte er tunlichst. Außer ein paar kleinen Geschäften kaufte im Moment niemand seine Erzeugnisse, und das Geld wurde immer knapper. Seit Wochen schon musste er die Gehälter und die laufenden Kosten vom Sparbuch bezahlen. Er hatte den Eindruck, als ob ihn die Angestellten der Sparkasse deswegen ein paar Tage zuvor mit mitleidigen Blicken gemustert hatten, aber sicher war er sich dieser Vermutung natürlich nicht. Dieses peinliche, unangenehme Gefühl unterdrückte er einfach.
Das würde schon wieder werden, sagte er sich immer und immer wieder, die würden schon noch kommen, um bei ihm einzukaufen. Über die Jahre war es immer wieder mal besser, mal schlechter gegangen. Doch noch nie war aus einer kleinen Krise eine große geworden. Immer hatte er sein Lager früher oder später räumen können. Damit tröstete er sich.
Schließlich erhob er sich und rief laut in die Küche: „Ich gehe mal schnell zur Bank.“ Eine Antwort brauchte er nicht abzuwarten, es widersprach ihm sowieso niemand. …“

Die Autorin:
Friedericke Godel stammt aus einem Dorf in der Nähe von Bruchsal in Baden. Sie ist geprägt von der reizvollen Landschaft im Kraichtal.
Von Friedericke Godel sind im hnb-verlag bereits die beiden Bücher „So kochen wir in Baden und Schwaben“ sowie „So backen wir in Baden und Schwaben“ erschienen, die sie gemeinsam mit Anne-Kathrin Bauer verfasst hat.

Friedericke Godel
Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum
Roman

hnb-verlag, März 2011
186 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-9813600-4-2
€ 13,90 (D) / € 14,90 (A) / sFr 23,50

Kontakt:
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Heidelinde Nürnberger
Machnowerstr. 27a, 14165 Berlin
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Firmenportrait: 

Der Verlag:
Der hnb-Verlag ist ein junger, aufstrebender Verlag, der mit ausgesuchten, qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen eine Nischenposition auf dem Buchmarkt besetzt und denselben komfortablen Service bietet wie die großen Buchverlage. In unserem Programm präsentieren wir die verschiedenen Regionen Deutschlands mit ihren Eigenarten, Sitten, Gepflogenheiten und Dialekten, die sich nicht nur in Reiseberichten und Reiseführern, sondern auch in Romanen und Geschichten wiederfinden. Zurzeit ist das Verlagsprogramm in erster Linie an Baden-Württemberg ausgerichtet. Weitere Regionen Deutschlands werden folgen.
Wir sind jedoch auch jederzeit offen für Trends und binden aktuell beliebte Genres und Themen in unser Verlagsprogramm ein, um der gegenwärtigen Nachfragesituation auf dem Buchmarkt gerecht zu werden.
Unsere Schwerpunkte sind: Romane - Sachbücher - Reiseberichte / Reiseführer - Bildbände - Christliche Bücher - Kinderbücher

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