Zecken-Borreliose - Betroffene demonstrieren in Zürich und weltweit

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Regula Heim

(Zürich) Chronisch von Borreliose Betroffene leben mit massiven Einschränkungen. Sie brauchen eine bessere medizinische Versorgung. Sie finden jedoch keine Ärzte, mit entsprechend umfassendem Verständnis, Wissen und Praxiserfahrung. Behandlungsoptionen stünden offen, sind für die Patienten aber oft nicht zugänglich.

Erneut finden weltweit vom 16. bis 18. Mai 2014 Protesttage statt mit Beteiligung von über 20 Ländern. lyme-aktion.ch, Betroffene, Angehörige und Freunde aus der Schweiz demonstrieren am Samstag 17. Mai 2014 von 10 bis 16 Uhr am Limmatquai beim Helmhaus in Zürich für eine bessere medizinische Versorgung.

Die Lyme-Borreliose kann labortechnisch nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Es fehlen zuverlässige Labortests. Von der Wanderröte abgesehen, ist kein Borreliose-Symptom beweisend für die Krankheit. Für die Therapie - insbesondere der späten und chronischen Stadien - besteht keine Evidenz sondern lediglich ein Konsens unter wenigen Fachleuten. Dies hat zu einer weltweiten Kontroverse unter Experten und zu unterschiedlichen Leitlinien für die Diagnose und Therapie der Borreliose geführt. Das bedeutet, dass die Patienten unterschiedlich, teilweise ungenügend lange oder gar nicht behandelt werden. Die Folge davon sind schwerwiegende Krankheitsverläufe bis hin zur Invalidität. Die Patienten dürfen nicht selbst entscheiden, welchen Leitlinien sie vertrauen möchten.

Die Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Infektion in der Schweiz. Laut neuesten Erhebungen des BAG erkranken jährlich in der Schweiz rund 10'000 Personen an einer Borreliose. Von einer hohen Dunkelziffer muss ausgegangen werden.

Weitere Informationen sowie unsere Anliegen und Forderungen finden Sie auf www.lyme-aktion.ch.

Firmenportrait: 

lyme-aktion.ch ist eine im Mai 2013 im Anschluss an die ersten weltweiten Protesttage gegrün-dete Arbeitsgruppe. Wir setzen uns teils aus den Organisatoren des Lyme-Protesttages Schweiz und teils aus den Gesprächspartnerinnen der Lyme Borreliose Selbsthilfegruppen Schweiz zu-sammen.

Unser Ziel ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Borreliose-Patienten in allen Stadien. Dieses Ziel versuchen wir durch Aktionen, wie zum Beispiel Demonstrationen und durch Kontakte mit Ärzten zu erreichen.

Die Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektion in der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit geht von jährlich 10'000 Neuinfektionen aus. Wir gehen davon aus, dass die Zahl mindestens doppelt so hoch ist, weil die Sentinella-Statistik praktisch nur die Fälle erfasst, die durch die typische Wanderröte diagnostiziert werden können.Wie häufig Borreliosen mit Wanderröte verlaufen, unterliegt dem Expertenstreit. Die Angaben reichen von 30 bis 90 %. Alle anderen möglichen Beschwerden sind für die Borreliose nicht beweisend.

Aufgrund der unsicheren Diagnostik, der fehlenden Möglichkeit, den Therapieerfolg zu kontrol-lieren und der vielen Betroffenen, die nicht gesunden, ist weltweit ein Expertenstreit entbrannt, wie eine Borreliose zu diagnostizieren und behandeln ist. Unter dem Streit leiden vor allem die Patienten, weil derzeit geltende Lehrmeinung es ablehnt, die Patienten entscheiden zu lassen, welchen Leitlinien sie vertrauen möchten. Ausser Verhaltenstherapie und angepasstes körper-liches Training hat geltende Lehrmeinung aber keine Lösungen parat. Fatal für diejenigen Be-troffenen, die derart geschwächt oder von Schmerzen gepeinigt sind, dass sie nicht einmal eine vernünftige Selbstversorgung schaffen.

Wie uns ein renommierter Chefarzt Infektiologie eines Universitätsspitals mitteilte, bekäme er Probleme mit der Versicherung, wenn er einen chronischen Gesundheitsschaden aufgrund einer Borreliose diagnostizieren würde. So bekommen die Betroffenen diverse andere Diagnosen und verschwinden von der Statistik. In der Folge werden weder an Diagnosemöglichkeiten noch an Therapien für chronische Verläufe geforscht. Betroffene, die durch einen chronischen Verlauf arbeitsunfähig werden, stranden auf dem Sozialamt, weil die meisten Diagnosen, die anstelle einer chronischen Borreliose gestellt werden, nicht zu einer Rente berechtigen.

Pressekontakt: 

lyme-aktion.ch
Regula Heim, Stationsweg 17, 8806 Bäch
Tel. 043 810 23 60 (am 17.05.2014 unter 077 477 04 15)
info@lyme-aktion.ch