Agglomerationsprogramm gewinnt internationalen Mobilitätspreis

(Ittigen)(PPS) Die Verlängerung der Basler Tramlinie 3 nach Saint-Louis (F) gewinnt den Mobilitätspreis der österreichischen Verkehrsorganisation VCÖ. Das Tramprojekt ist Teil des Agglomerationsprogramms Basel. Künftig sollen weitere solcher Projekte durch den NAF mitfinanziert werden.

Der Kanton Basel-Stadt, vertreten durch das kantonale Bau- und Verkehrsdepartement, die Communauté d‘Agglomération des Trois Frontières sowie weitere Partner, haben den Mobilitätspreis des VCÖ in der Kategorie «Öffentlicher Verkehr in Stadt und Land – international» gewonnen. Diese Auszeichnung erhalten die Projektträger für die Verlängerung der Tramlinie 3 über die schweizerisch-französische Grenze hinaus bis zum Bahnhof von Saint-Louis. Der österreichische Umweltminister Andrä Rupprechter sowie weitere Gratulanten überreichten den Preis am 19. September in Wien. Der VCÖ ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für eine nachhaltige Mobilität einsetzt. Den Wettbewerb richtet der VCÖ zusammen mit den Österreichischen Bundesbahnen und den beiden Bundesministerien für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie für Verkehr, Innovation und Technologie aus.

Die neue Tramlinie verbindet Saint-Louis mit Basel. Dadurch soll der derzeit tiefe ÖV-Anteil im grenzüberschreitenden Personenverkehr verbessert und das stark beanspruchte Strassennetz entlastet werden. Beidseits der Grenze erschliesst die verlängerte Tramlinie Gebiete, in denen ein Zuwachs an Wohnbevölkerung und Arbeitsplätzen vorgesehen ist. Ende 2017 wird die verlängerte Linie den Betrieb aufnehmen. Der Bund finanziert die preisgekrönte Tramverlängerung als Massnahme der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms Basel mit. Die Kosten für die 3,4 Kilometer lange Strecke belaufen sich auf 87 Millionen Franken, wovon der Bund 28 Millionen Franken übernimmt.

Maria Lezzi vertrat als Direktorin des Bundesamts für Raumentwicklung ARE den Bund anlässlich der Preisverleihung und konnte den Preisträgern vor Ort gratulieren. Das ARE prüft die Agglomerationsprogramme in Hinblick auf eine finanzielle Beteiligung des Bundes. Der Bund hat die Agglomerationsprogramme 2006 lanciert, um die Agglomerationen in der Schweiz bei grossen Verkehrsvorhaben zu unterstützen. Die Agglomerationsprogramme zielen darauf, Verkehr, Siedlung und Landschaft in urbanen Räumen koordiniert zu planen. Öffentlicher Verkehr, motorisierter Individualverkehr sowie Fuss- und Veloverkehr sollen aufeinander abgestimmt werden. Kantone, Städte, Gemeinden und teilweise Regionen angrenzender Länder erarbeiten die Agglomerationsprogramme gemeinsam und beziehen dabei die Bevölkerung mit ein.

Sogenannte dringende Verkehrsprojekte sowie die erste und zweite Generation der Agglomerationsprogramme hat der Bund aus dem Infrastrukturfonds mitfinanziert. Die Agglomerationen werden bis Ende 2016 die dritte Generation der Agglomerationsprogramme einreichen können. Allerdings sind von den ursprünglichen sechs Milliarden Franken des Fonds nur noch rund 230 Millionen Franken übrig, was für künftige Generationen kaum ausreichen wird. Deshalb soll in Zukunft der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) Massnahmen aus den Agglomerationsprogrammen mitfinanzieren. Das Parlament berät den NAF in der laufenden Herbstsession.

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