Die Zeit ist reif für Happy Wendungen
Literatur | Film | Dialog
(Glattfelden)(PPS) 170 Jahre nach der Veröffentlichung von Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe lädt das partizipative Literaturprojekt «Julia & Romeo. Ein Dorf schreibt Geschichte» Menschen aus Glattfelden und der Region dazu ein, die berühmte Novelle neu zu schreiben. Aus der Erzählung, die tragisch endet, wird eine Spielwiese der Hoffnung.
Wie lässt sich das Drama abwenden?
In Romeo und Julia auf dem Dorfe erzählt Gottfried Keller von zwei Bauernfamilien, die sich über ein Stück Land entzweien. Der Streit eskaliert, die Fronten verhärten sich. Am Ende bezahlen die jungen Liebenden den Preis für die Unversöhnlichkeit der Erwachsenen.
Das Projekt «Julia & Romeo. Ein Dorf schreibt Geschichte» erkundet nun gemeinsam mit Menschen aus der Bevölkerung, was passiert, wenn in eine tragische Geschichte eingegriffen wird – mit Fantasie, Humor und einem Blick auf die Konflikte und Herausforderungen unserer Zeit. Denn Literatur eröffnet einen Möglichkeitsraum. Mit ihr lässt sich erproben, was auch im echten Leben zählt: ungute Entwicklungen nicht als unabänderlich hinzunehmen, sondern gemeinsam neue Wege zu suchen.
Auftakt unter freiem Himmel
Die Projekt-Trägerschaft wurde von der Stiftung Gottfried-Keller-Zentrum übernommen. Den öffentlichen Auftakt bildet am Samstag, 15. August 2026, ein Openair-Kino auf dem Dörflihof in Zweidlen. Gezeigt wird die restaurierte Verfilmung von Romeo und Julia auf dem Dorfe aus dem Jahr 1941; mitten in jener Kulturlandschaft, die Kellers Erzählung geprägt hat. Anschliessend folgen ein Informationsabend, eine Textschmiede für Erwachsene sowie Workshops mit Schulklassen – letztere auch in Kooperation mit der Zentralbibliothek Zürich, die zusätzlich eine virtuelle Ausstellung zu Romeo und Julia auf dem Dorfe realisiert.
Gesucht: Menschen mit Lust auf Hoffnung
Das Projekt würdigt den Nationaldichter. Im Mittelpunkt des Projektes stehen aber nicht professionelle Autorinnen und Autoren, sondern Menschen aus Glattfelden und der Region. Für die Textschmiede, die im Herbst realisiert wird, werden nun Erwachsene gesucht, die Lust haben, mit Gottfried Keller und miteinander in einen kreativen Dialog zu treten. Eine besondere Schreiberfahrung ist nicht nötig. Neugier, Fantasie und Freude am gemeinsamen Denken und Ausprobieren genügen.
Begleitet werden die Teilnehmenden von Kulturschaffenden verschiedener Sparten, darunter die Schriftstellerin Tanja Kummer, der Slam-Poet Manuel Diener, der Musiker Nico Feer, die Künstlerin und Kunstvermittlerin Sabine Böni Bogo, die Fotografin Denise Kratzer sowie Projektinitiantin, Autorin und Kulturpublizistin Andrea Keller. Letztere teilt sich nicht nur den Nachnamen mit dem Autor der Originalgeschichte, sondern auch eine grosse Verbundenheit mit Glattfelden. Gottfried Kellers Eltern waren aus Glattfelden. In seiner Jugend hat er viel Zeit im Dorf verbracht. Andrea Keller ist in Glattfelden aufgewachsen.
Abschluss mit dem «Fest der guten Hoffnung»
Die Geschichten, Gedanken und Begegnungen fliessen im Verlauf des Projekts in eine Zeitung, gestaltet vom Grafikdesigner Paolo Monaco. Ergänzend entsteht ein Audiowerk. Die Resultate werden also öffentlich geteilt – auch über die Dorfgrenzen hinaus. Den Abschluss bildet im Februar 2027 das Fest der guten Hoffnung, an dem die entstandenen Arbeiten präsentiert und gemeinsam gefeiert werden.
PROJEKTWEBSITE
PROJEKT (KURZBESCHRIEB)
170 Jahre nach Gottfried Kellers Novelle «Romeo und Julia auf dem Dorfe» lädt das partizipative Literaturprojekt «Julia & Romeo. Ein Dorf schreibt Geschichte» Menschen aus Glattfelden und der Region dazu ein, alternative Wendungen für den Literaturklassiker zu entwickeln. In Schreibwerkstätten, Schulworkshops und öffentlichen Veranstaltungen entstehen neue Gedanken und Texte, die den Blick zugleich auf Gegenwart und Zukunft richten. Das Projekt wird vom Studio Narrativ initiiert und gemeinsam mit der Stiftung Gottfried-Keller-Zentrum umgesetzt.
STIFTUNG GOTTFRIED-KELLER-ZENTRUM
Die Stiftung Gottfried-Keller-Zentrum engagiert sich dafür, Leben und Werk Gottfried Kellers lebendig zu halten. Sie betreibt das Gottfried-Keller-Dichtermuseum in Glattfelden und fördert die Auseinandersetzung mit dem bedeutenden Schweizer Dichter durch kulturelle Veranstaltungen, Vermittlungsangebote und Kooperationen. Mit dem Projekt «Julia & Romeo. Ein Dorf schreibt Geschichte» öffnet sie den Dialog zwischen literarischem Erbe und Gegenwart und lädt die Bevölkerung ein, mitzugestalten. / gkz.ch
STUDIO NARRATIV
Das Studio Narrativ initiiert und begleitet kreative, biografische und literarische Prozesse. In Schreibwerkstätten, Kulturprojekten und partizipativen Formaten lädt es Menschen dazu ein, Geschichten zu erzählen, Perspektiven zu wechseln und gemeinsam über gesellschaftliche Fragen nachzudenken. Die Verbindung von Literatur, Dialog und Kulturvermittlung steht dabei im Zentrum. Der Fokus liegt auf Projekten, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander ins Gespräch bringen. / studio-narrativ.com
PROJEKTPARTNER:INNEN
Cinémathèque Suisse, Dörflihof Zweidlen, GKZ Kultur Glattfelden, IG Kultur Glattfelden, Glattfelder App, Kunsthaus Glattfelden, Memoriav, Reclam, Roadmovie, Schule Glattfelden, SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Verein Kleine Grüne Kreise, Zentralbibliothek Zürich, ZüriUnterland
UNTERSTÜTZER:INNEN
Casinelli-Vogel-Stiftung, Dr. Adolf Streuli-Stiftung, Elisabeth Weber Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Gemeinde Glattfelden, temperatio – Stiftung für Umwelt, Soziales, Kultur, Gottfried Keller Gesellschaft Zürich, die Mobiliar, Kanton Zürich Kulturförderung / Swisslos, Gottfried und Ursula Schäppi-Jecklin Stiftung
Stiftung Gottfried-Keller-Zentrum
Gottfried-Keller-Strasse 8
8192 Glattfelden
Medienkontakt:
Andrea Keller
Studio Narrativ
078 712 50 99
mail @ studio-narrativ.com
julia-romeo.ch