Durch Menschenhand verursachte Risiken könnten schweizerische Grossstädte $30 Milliarden US-Dollar kosten

(London)(PPS) Zwei Drittel des für die nächsten zehn Jahre prognostizierten Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 47,57 Milliarden US-Dollar der drei grössten Wirtschaftswachstumszentren in der Schweiz könnte durch Menschenhand verursachte Risiken wie Börsencrashs, Ölpreisfluktuation, und Cyberangriffe gefährdet sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Spezialversicherungsmarktes Lloyd’s.

Der sogenannte Lloyd’s City Risk Index ist eine in ihrer Art einzigartige Modellrechnung zu den wirtschaftlichen Folgen durch 18 definierte Bedrohungslagen, verursacht durch Menschen oder die Natur. Untersucht wurden insgesamt 301 Grossstädte weltweit, Grundlage für die Analyse ist der Zeitraum von 2015 bis 2025. Basierend auf einer Studie der Cambridge University kommt der Index zu dem Ergebnis, dass in den 301 Städten insgesamt 4,6 Billionen US-Dollar des prognostizierten BIP durch von Menschen verursachte Katastrophen und Naturkatastrophen über die nächsten zehn Jahre gefährdet sein könnten.

Die Ergebnisse des Index insgesamt deuten darauf hin, dass durch den Menschen verursachte Risiken wie Cyberangriffe, Terrorismus, Pandemien und Ölpreisfluktuation heute eine erheblichere Bedrohung für die wirtschaftliche Produktivität darstellen als traditionelle Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben und Dürre. So liegt beispielsweise in einem Börsencrash die grösste Gefahr für das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Er steht für fast ein Viertel sämtlicher potenzieller Verluste aller Städte.

Der Index, der alle zwei Jahre aktualisiert wird, soll Versicherungsträger, Regierungen, Unternehmen und Gemeinden dazu bewegen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Belastbarkeit ihrer Infrastrukturen und Institutionen verbessern können.

Der Index errechnet für die Städte Bern, Genf und Zürich für die nächsten zehn Jahre ein prognostiziertes Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 541,9 Milliarden US-Dollar. Jedoch könnte knapp 9% dieses BIP durch die 18 definierte Bedrohungslagen, verursacht durch Menschen oder die Natur, bedroht sein.

Für alle drei Städte zusammen liegt das grösste wirtschaftliche Risiko bei einem Börsencrash, durch den 19,37 Milliarden US-Dollar des BIP gefährdet wären. Es folgen Überschwemmungen mit 8,54 Milliarden US-Dollar, Ölpreisschocks mit 6,43 Milliarden US-Dollar, Humanpandemien mit 4,79 Milliarden US-Dollar und Cyberangriffe mit 3,74 Milliarden US-Dollar. Insgesamt wären Katastrophen von Menschenhand für Verluste in Höhe von 31,43 Milliarden US-Dollar verantwortlich, während Bedrohungen durch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen die schweizerische Wirtschaft 16,14 Milliarden US-Dollar kosten würden.

Inga Beale, CEO von Lloyd’s, sagt hierzu:
“Der Lloyd’s City Risk Index unterstreicht die wirtschaftlichen Risiken, denen 301 Grossstädte in aller Welt ausgesetzt sind. Regierungen und Unternehmen müssen mit den Versicherern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass diese Risiken – und folglich auch das Verlustpotenzial – verringert werden.

Versicherungsträger, Regierungen, Unternehmen und Gemeinden müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie die Belastbarkeit ihrer Infrastrukturen und Institutionen verbessern können. Versicherungen sind Teil der Lösung.

Versicherungsträger müssen innovationsfähig bleiben und sicherstellen, dass ihre Produkte immer auf die sich rasch wandelnde Risikolandschaft angepasst sind. Dadurch bieten sie ihren Kunden den von ihnen benötigten Versicherungsschutz und tragen letztendlich zu einer größeren Belastbarkeit der internationalen Gemeinschaft bei.“

Graham West, Lloyd’s Generalbevollmächtigter für die Schweiz, ergänzt:
“Der Bericht zeigt, dass von Menschen verursachte Risiken wie Börsencrashs, Ölpreisschocks und Cyberangriffe in den Volkswirtschaften der Welt mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Das gilt auch für die Schweiz, wo fast 30 Milliarden US-Dollar durch diese Art von Risiken auf dem Spiel stehen könnten.

Da sich die Art der Risiken stätig ändert, ist es unverzichtbar, dass Versicherungen gerüstet sind, um diese Risiken zu mindern, dies sowohl gegenwärtig als auch zukünftig. Innovation ist seit Jahren Lloyd’s Triebfeder, deshalb setzen wir mit diesem Bericht und unser Engagement in die Zukunft und somit in die Weiter- und Neuentwicklung von Versicherungsprodukten.

In den vergangenen siebenundsechzig Jahren hat sich Lloyd’s in der Schweiz einen besonderen Ruf erworben als ein wichtiger Anbieter von Spezialversicherungsprodukten für Kunden aus dem Privat- wie auch dem Unternehmensbereich. Mit der Veröffentlichung des Index will Lloyd’s zu weiteren Diskussionen zwischen den Versicherern, Regierungen und Unternehmen über Massnahmen und Strategien zur Risikominderung, die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und den Schutz der Schweizer Wirtschaft anregen.”

Über den Lloyd’s City Risk Index
Der Lloyd’s City Risk Index 2015-2025 ist das Produkt einer Forschungspartnerschaft zwischen Lloyd’s und dem Cambridge Centre for Risk Studies an der University of Cambridge Judge Business School.
Den Index finden Sie im Internet unter: www.lloyds.com/cityriskindex

Was bedeutet BIP-Risiko (GDP @ Risk)?
Wenn eine Stadt von einem Katastrophenfall wie beispielsweise einem Erdbeben, einer Pandemie oder einer Finanzkrise heimgesucht wird, führt dies zu einer Schwächung ihrer Wirtschaftsleistung. Der Verlust von Wirtschaftsleistung gemessen an der Wirtschaftsleistung, die zu erwarten gewesen wäre, ist das sogenannte BIP-Risiko (GDP @ Risk) in Zusammenhang mit einem Schadenereignis. Der Lloyd’s City Risk Index 2015-2025 nimmt die ersten fünf Jahre an verlorener Wirtschaftskraft als Richtwert, um das BIP-Risiko (GDP @ Risk) durch ein Schadenereignis zu bemessen.

Städte können durch eine Vielzahl von Bedrohungen gefährdet sein. Der Lloyd’s City Risk Index berücksichtigt 18 solcher Bedrohungen: Cyberangriff, Dürre, Erdbeben, Überschwemmung, Frost, Hitzewelle, Pandemie, Börsencrash, Atomunfall, Ölpreisschock, Pflanzenepidemie, Stromausfall, Sonnensturm, Staatspleite, Terrorismus, Tsunami, Vulkanausbruch und Windsturm.

Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Stadt durch unterschiedliche Schadenereignis-Stärken zwischen 2015 und 2025 betroffen sein könnte. Diese Wahrscheinlichkeiten variieren von Stadt zu Stadt je nach Standort und Risikocharakteristiken, jedoch sind alle diese Ereignisse selten und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Stadt von einem bestimmten Ereignisszenario in einen Zehnjahreszeitraum heimgesucht wird, kann verschwindend gering sein.

Die Schätzung des BIP-Risikos (GDP @ Risk) erfolgt für jedes einzelne Ereignis, so es denn eintreten würde, für jede Stadt. Wie schnell sich eine Stadt nach einer Katastrophe erholt, ist die Schlüsselkomponente für das Gesamtrisiko. Die Auswirkung von Ereignissen wird durch schnellen Zugang zu Kapital zur Unterstützung der Wirtschaftssanierung nach einem Ereignis gemindert.

In der Summe ergeben die erwarteten Verluste aus unterschiedlichen Bedrohungen und deren repräsentative Szenarien, die in jedem einzelnen der Jahre zwischen 2015 und 2025 eintreten könnten, das gesamte BIP-Risiko (Total GDP @ Risk) für die Stadt aus allen Bedrohungen. Daraus ergibt sich nunmehr der erwartete Verlust nach Abwägung aller Eintrittswahrscheinlichkeiten für die Stadt durch alle Bedrohungen.

Firmenportrait: 

Über Lloyd’s
Lloyd's ist der weltweit einzige Spezialversicherungs- und Rückversicherungsmarkt und bietet eine einzigartige Konzentration von Expertise und Expertentum. Er wird gestützt durch starke Finanzratings und internationale Lizenzen. Der Markt ist oftmals erste Anlaufstelle für die Versicherung neuer, ungewöhnlicher oder komplexer Risiken und bietet innovative Versicherungslösungen für lokale, grenzüberschreitende und globale Risiken. Seine Stärke liegt in der Diversität und dem Fachwissen der auf dem Lloyd’s Markt tätigen Makler und Managing Agents und stützt sich auf Kapitalmittel aus aller Welt. 2015 zeichnen mehr als 90 Syndikate Versicherungen und Rückversicherungen bei Lloyd’s und bieten dabei Deckung für alle Geschäftssparten aus über 200 Ländern und Territorien weltweit. Lloyd's untersteht aufsichtsbehördlich der Prudential Regulatory Authority und der Financial Conduct Authority.

Über das Cambridge Centre for Risk Studies
Das Cambridge Centre for Risk Studies ist ein multidisziplinäres Kompetenzcenter für das Studium von Managementrisiken und wirtschaftlichen und sozialen Risiken und ist ein unabhängiges Forschungszentrum an der University of Cambridge Judge Business School. Der Schwerpunkt des Centers liegt auf der Analyse, Bewertung und Minderung globaler Schwachstellen zur Förderung von Unternehmens-Risikomanagern, einzelnen Entscheidungsträgern und Politikstrategen. Das Forschungsprogramm des Centers widmet sich der Erforschung von systemischen Katastrophenszenarien und Interkonnektivität in der Wirtschaft. Das Center wird unterstützt von der Geschäftswelt wie auch der akademischen Forschungsgemeinschaft und legt den Schwerpunkt auf hochgradig anwendungsbezogene Forschungen.

Pressekontakt: 

Patricia Gondim
Senior Manager, European Communications
Corporate Communications
Lloyd's
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