Schweizer Markt für Heimelektronik 2025 dank starkem Schlussquartal wieder im Plus
(Zürich)(PPS) Der Schweizer Markt für technische Konsumgüter hat 2025 nach zwei rückläufigen Jahren wieder zugelegt. Das wertmässige Marktvolumen stieg um 1.6 Prozent auf rund 5.3 Milliarden Schweizer Franken. Massgeblich für die positive Jahresentwicklung war ein starkes viertes Quartal.
Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr nahm die Nachfrage ab September deutlich zu. Impulse kamen unter anderem durch die Ankündigung des «End of Support» für Windows 10, welche die Nachfrage nach Computern spürbar ankurbelte. Auch Innovationen im Bereich Elektrohaushalt – etwa bei Saugrobotern, Air Fryern oder Siebträger-Kaffeemaschinen – sorgten für Wachstumsimpulse. Im Telekommarkt blieben Premium-Smartphones über 1'000 Schweizer Franken sowie Smartwatches besonders gefragt.
Luca Giuriato, Client Business Partner NIQ erklärt: „Nach zwei anspruchsvollen Jahren zeigt sich, dass sich der Markt wieder stabilisiert hat. Das starke vierte Quartal bestätigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten trotz wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten bereit sind, in innovative und hochwertige Produkte zu investieren.“
Mit einem Umsatzvolumen von rund 5.3 Milliarden Schweizer Franken liegt der Markt im Langzeitvergleich weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau von 2019. Die ausserordentlichen Wachstumsjahre 2020 bis 2022 waren jedoch stark von pandemiebedingten Sondereffekten geprägt. Entsprechend war die Nachfrage in den Folgejahren teilweise gesättigt. 2025 markiert eine Normalisierung nach pandemiebedingten Sondereffekten.
Konsolidierung im Handel – Onlineanteil steigt weiter
Nach der umfassenden Marktbereinigung im Jahr 2024 konsolidierte sich die Handelslandschaft 2025. Gleichzeitig bleibt die Dynamik hoch: MediaMarkt wechselte den Eigentümer, während Digitec Galaxus mit einem neuen Logistikzentrum in Süddeutschland seine Logistikstruktur ausbaute. Solche strukturellen Veränderungen prägen das Wettbewerbsumfeld im Schweizer Markt weiterhin.
Der Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung: 2025 wurden rund 57 Prozent der Umsätze im Bereich Heimelektronik online erzielt. Die Entwicklung der Besucherfrequenzen unterscheidet sich je nach Handelsformat: Filialisierte Kettenbetriebe verzeichnen stärkere Rückgänge als spezialisierte Fachhändler. Dies deutet darauf hin, dass neben dem Preis auch Beratung und Service eine Rolle im Kaufentscheid spielen.
Promotionen setzen starke, aber kurzfristige Impulse
Die Zahl der Verkaufsförderungsaktionen nahm 2025 deutlich zu – je nach Monat um bis zu 30 Prozent. Dies führte zu erhöhter Preissensibilität und sinkenden Margen. Promotionen führen jedoch zu kurzfristigen Umsatzspitzen. Ein Beispiel ist die Black-Friday-Woche, die im Jahr 2025 mit rund 167 Millionen Schweizer Franken Umsatz (+ rund 4 Prozent gegenüber Vorjahr) einen neuen Rekord erreichte.
Unterschiedliche Entwicklung bei B2B und Privatkonsum
Der B2B-Umsatz stagnierte 2025 bei rund 900 Millionen Schweizer Franken, nachdem er 2024 um 10 Prozent zurückgegangen war. Während IT- und Office-Produkte vom Windows-10-Effekt profitierten, entwickelte sich die Nachfrage nach Smartphones im Geschäftskundenumfeld rückläufig.
Der Privatkonsum entwickelte sich hingegen positiv: Mit rund 4.5 Milliarden Schweizer Franken lag er um rund 3 Prozent über dem Vorjahr. Nach den vorgezogenen Investitionen während der Pandemie und einer Phase der Konsumverlagerung hin zu Reisen und Freizeit normalisiert sich die Nachfrage wieder.
Ausblick 2026: Moderates Wachstum bei steigender Preissensibilität
Für 2026 rechnet NIQ mit einer leicht steigenden Nachfrage. Premiumprodukte dürften weiterhin gefragt bleiben, gleichzeitig bleibt die Preissensibilität hoch. Die gezielte Steuerung von Promotionen gewinnt für Handel und Industrie weiter an Bedeutung.
Preissteigerungen sind insbesondere bei Produkten mit hoher Chip- und Speicherabhängigkeit zu erwarten. Die stark gestiegene Nachfrage im Zuge des KI-Booms führt zu höheren Kosten für Halbleiter und Speichermedien, was sich unter anderem auf Notebooks, Server, Smartphones und weitere IT-Produkte auswirken dürfte.
Auch der Teilmarkt für Haushaltsgrossgeräte könnte 2026 zusätzliche Impulse erhalten. Im Zusammenhang mit der geplanten Abschaffung des Eigenmietwerts per 2028 ist damit zu rechnen, dass Eigenheimbesitzer Investitionen in ihre Immobilien vorziehen. Die veränderte steuerliche Behandlung dürfte Modernisierungen und Ersatzanschaffungen – etwa bei Küchengeräten oder Waschmaschinen – beschleunigen.
Über NIQ
NielsenIQ (NIQ) ist ein weltweit führendes Consumer Intelligence Unternehmen, das ein umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens von Verbrauchern liefert und neue Wege zum Wachstum aufzeigt. NIQ ist in mehr als 90 Ländern tätig und deckt rund 85 Prozent der Weltbevölkerung sowie über 7,2 Billionen US-Dollar an globalen Verbraucherausgaben ab. Mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Einzelhandels und den umfassendsten Einblicken in das Konsumverhalten, die mittels fortgeschrittener Analysen über hochmoderne Plattformen geliefert werden, bietet NIQ das Gesamtbild — the Full View™.
Weitere Informationen finden Sie unter niq.com/de
Verona Klug
Marketing & Communications
NIQ | Switzerland
Park 8 | Root | 6039
T: +41 41 632 9115