Swiss eMobility - 2025: Stabiles Wachstum trotz schwieriger Rahmenbedingungen
(Bern)(PPS) 2025 war mehr als jedes fünfte neu zugelassene Personenfahrzeug in der Schweiz rein elektrisch angetrieben. Zusammen mit den PlugIn-Hybriden machten Steckerfahrzeuge rund ein Drittel aller Neuzulassungen aus. Dies entspricht einem soliden, wenn auch nicht überragenden Wachstum der Elektromobilität gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verloren herkömmliche Verbrenner erneut deutlich an Marktanteilen.
Batterieelektrische Personenwagen (BEV) erzielten 2025 einen Marktanteil von 22.8%[1], was einem Plus von 3.5 Prozentpunkten entspricht. Insgesamt wurden 6'661 Elektroautos mehr verkauft als im Vorjahr. Auch die PlugIn-Hybride (PHEV) legten zu: Die Neuzulassungen stiegen um 3'379 Fahrzeuge, der Marktanteil erhöhte sich um 2.4 Prozentpunkte. Gleichzeitig setzte sich der Rückgang bei konventionellen Antrieben fort. Die Benzinfahrzeuge verloren 14'000 Neuzulassungen und 5.1 Prozentpunkte Marktanteil, Diesel 5'002 Fahrzeuge beziehungsweise 2.6 Prozentpunkte.
Trotz dieser positiven Entwicklung blieb die Elektromobilität deutlich hinter den ambitionierten Zielsetzungen zurück. Der Gesamtmarkt für neue Personenwagen (antriebsübergreifend) schrumpfte im Jahresverlauf und das Wachstum bei den Elektrofahrzeugen konnte die makroökonomischen Unsicherheiten nur teilweise kompensieren. Swiss eMobility-Direktor Krispin Romang hält fest: «Nach der Stagnation der vergangenen Jahre stellen wir wieder einen Aufwärtstrend fest. Doch der Markt wächst langsamer als nötig. Die CO₂-Zielwerte 2025 wurden nicht erreicht.» Entscheidend für eine stärkere Marktdynamik seien weiterhin die Rahmenbedingungen, insbesondere der Ausbau der Heimladeinfrastruktur, ein klarer regulatorischer Druck sowie gezielte steuerliche Anreize.
Auch im internationalen Vergleich blieb die Schweiz unter den Erwartungen. Die derzeitige Wachstumsquote[2] der Elektromobilität in der Schweiz beträgt lediglich 8% (gegenüber dem Vorjahr) und liegt damit deutlich unter dem Europäischen Durchschnitt (20%) sowie massiv hinter der Spitze (Island mit 125%). Der Abstand zu den führenden Elektromobilitätsmärkten vergrösserte sich so weiter. Im internationalen Ranking büsste die Schweiz erneut zwei Plätze ein und liegt neu auf Rang 13. «Wir schöpfen das vorhandene Potenzial bei weitem nicht aus», sagt Romang. «Die Schweiz hat keine Strategie für die Dekarbonisierung des Verkehrs. Mit einem verbindlichen Ziel und wirksamen Massnahmen wäre deutlich mehr möglich.»
Ein Jahrzehnt Elektromobilität
Die aktuelle Wachstumsdynamik mag enttäuschend wirken, doch ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt einen klaren Trend. «2015 war die Freude gross, als Elektroautos erstmals einen Marktanteil von einem Prozent erreichten», erinnert sich Krispin Romang. Damals waren noch 95.8 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge reine Verbrenner. Heute liegt ihr Anteil bei 30.7 Prozent und damit erstmals unter jenem der Steckerfahrzeuge, die 33.9 Prozent der Neuzulassungen ausmachen.
Markt und Modelltrends
Wie bereits in den Vorjahren blieben auch 2025 grosse elektrische SUVs und Crossover besonders gefragt. Das Tesla Model Y gehörte erneut zu den meistverkauften Elektroautos der Schweiz. Ebenfalls hohe Verkaufszahlen verzeichneten Modelle wie der Škoda Elroq und Enyaq. Die breite Modellpalette stärkt die Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden und zeigt, dass das Angebot an Elektrofahrzeugen weiter an Reife gewonnen hat. Auf Markenebene löste Škoda nach mehreren Jahren der Vorherrschaft Tesla als meistverkaufte Elektromarke ab.
Ladeinfrastruktur wächst kontinuierlich
Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur setzte sich auch 2025 fort. Die Zahl der allgemein zugänglichen Ladepunkte nahm weiter zu, ebenso das Angebot an Schnellladeinfrastruktur. Das angestrebte Ziel von über 20’000 öffentlichen Ladepunkten bis Ende 2025 wurde jedoch noch nicht flächendeckend erreicht. Krispin Romang unterstreicht die Bedeutung des öffentlichen Ladenetzes: «Ein dichtes und zuverlässiges öffentliches Ladenetz bleibt eine zentrale Stütze der Elektromobilität, da die Situation bei den Heimladestationen nach wie vor schwierig ist.» Gleichzeitig zeige sich zunehmend, dass der Umstieg auf Elektromobilität auch ohne eigene Ladestation möglich sei.
Regionale Unterschiede bleiben bestehen
Bei der Elektrifizierung des Personenwagenmarktes bestehen weiterhin deutliche kantonale Unterschiede. Die Deutschschweiz weist die höchsten Anteile an Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen auf, während andere Regionen deutlich zurückliegen. Diese Spannweite spiegelt sowohl unterschiedliche Nachfrageprofile als auch infrastrukturelle und regulatorische Rahmenbedingungen wider. Die detaillierten kantonalen Zahlen sind im Statistikportal von Swiss eMobility abrufbar.
Leichte Nutzfahrzeuge und schwere E-LKW
Im Segment der leichten Nutzfahrzeuge stieg der Marktanteil batterieelektrischer Modelle dank einer starken zweiten Jahreshälfte auf über 15%, was nahezu einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Dezember erreichten elektrische Lieferwagen mit einem Marktanteil von 26.5% einen neuen Höchstwert. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Marktanteil unter dem Potenzial des verfügbaren Angebots. Nach wie vor bremsen regulatorische Benachteiligungen den Absatz, deren Behebung erst für 2026 vorgesehen ist.
Bei den schweren Nutzfahrzeugen nimmt die Schweiz auch 2025 die Spitzenposition in Europa ein. Mit einem Marktanteil von knapp 21% bei elektrischen Lastwagen liegt sie vor Ländern wie Dänemark und Schweden, die traditionell als Vorreiter der Elektrifizierung gelten. «Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem dem Engagement zukunftsorientierter Transportunternehmen wie Galliker, Hugelshofer, Dreier oder Krummen zu verdanken. Sie zeigen, dass Elektromobilität auch in den höchsten Gewichtsklassen funktioniert», so Romang. Gegen Jahresende nahm die Dynamik weiter zu: Im Dezember erreichten elektrische Lastwagen einen Marktanteil von 34.8%. Die weitere Marktentwicklung wird jedoch stark von den Ausgestaltungsmodalitäten der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe abhängen.
Optimistische Prognose für 2025, die schwierige Ausgangslage für die Elektrifizierung bleibt
Swiss eMobility erwartet ab 2026 eine stärkere Marktdynamik, sofern die regulatorischen Rahmenbedingungen klarer definiert und bestehende Hürden abgebaut werden. Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die Branche überzeugt, dass sich die Elektromobilität langfristig auf einem stabilen Wachstumspfad befindet.
Wir verwenden vorläufige Jahresenddaten. Diese können sich noch geringfügig verändern. Sämtliche Statistiken finden sich auf unserem Statistikportal; https://www.swiss-emobility.ch/Statistiken/Personenwagen. Die bereinigten Endjahresdaten sind ab Mitte Januar 2026 verfügbar.
Über Swiss eMobility
Der Verband Swiss eMobility wurde 2012 gegründet. Swiss eMobility unterstützt die Schaffung der politischen und institutionellen Grundlagen für die Entwicklung der Elektromobilität in der Schweiz. Er tritt ein für die Wahrung der Interessen seiner Mitglieder im Zusammenhang mit der Elektromobilität. Er befasst sich mit wirtschaftlichen, rechtlichen, technischen, strukturellen, ökologischen und sozialen Fragen der Elektromobilität, gibt Empfehlungen ab und trifft Massnahmen zuhanden von Behörden und Parlamenten. Swiss eMobility steht grundsätzlich allen interessierten Einzelpersonen, Unternehmen und Institutionen offen, die sich für die Marktentwicklung der Elektromobilität in der Schweiz einsetzen. Ende 2025 sind über 100 juristische und rund 200 natürliche Personen Mitglied von Swiss eMobility. Weitere Informationen finden Sie unter: www.swissemobility.ch
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