Team Arctic Row knackt die 1000-Meilen-Marke und hat mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich
(Zürich)(PPS) Das Team Arctic Row hat einen nächsten Meilenstein erreicht: Die vier Ruderer haben die 1000 nautische Meilen-Marke geknackt und somit bereits mehr als Hälfte ihrer Strecke über den Arktischen Ozean bewältigt. 1000 nautische Meilen entsprechen 1852 Kilometern.
Am 4. Juli sind die vier Ruderer Florian Ramp, Roman Möckli, Frederik Jacobs und Ben von Mitzlaff von Longyearbyen auf Spitzbergen zur ersten menschlich angetriebenen Überquerung des Arktischen Ozeans aufgebrochen. Nach einer wetterbedingten Pause auf Ny-Ålesund, der nördlichsten bewohnten Siedlung der Erde, haben sie am 15. Juli den Weltrekord geschafft, indem sie über den 80. Breitengrad gerudert sind auf N 80.41338°, so nah an die Eiskante wie nie jemand zuvor. Begleitet wurden sie von Delfinen und Walen und am Nordpol von einem Seehund begrüsst.
1000 nautische Meilen zurückgelegt
Nun haben sie den nächsten Meilenstein erreicht mit 1000 zurückgelegten nautischen Meilen. Dies entspricht 1852 Kilometern und mehr als der Hälfte der Gesamtstrecke. Seit dem Weltrekord hatten die vier Abenteurer mit verschiedenen Widrigkeiten zu kämpfen. Das Wetter hat sich komplett verändert. Wurden sie am Nordpol noch mit Sonnenschein empfangen, war es im Anschluss fast durchgehend bewölkt und neblig. In den letzten zwölf Tagen haben sie die Sonne gerade mal zwei Stunden gesehen. Zudem mussten sie mehreren Eisfeldern ausweichen und waren einmal beinahe in einem Eiskessel eingeschlossen. Teilweise hatten sie Stürme mit Wellen von bis zu vier Metern Höhe. Deshalb mussten die Vier insgesamt 3,5 Tage am Para Anker* (Treibanker) verbringen. Diese Massnahme hat das Ruderboot jeweils abgetrieben, doch war es aus Sicherheitsgründen notwendig.
Nach technischen Problemen auf Kurs in Richtung Faröer Inseln
In den letzten Tagen hatte das Team auch mit technischen Problemen zu kämpfen. Die Verbindung zum Starlink Satelliten war unterbrochen. Dies erschwerte die Kommunikation gerade auch im Hinblick auf die Wetter- und Routenplanung. Daher nahmen die Vier zuerst Kurs auf Jan Mayen für die Reparatur. Das Team konnte den Defekt aber auf offener See selbst beheben und ohne Halt direkten Kurs in Richtung Faröer Inseln nehmen. Bisher hatten die Ruderer rund um die Uhr Tageslicht, es wurde nie richtig dunkel. Jetzt beginnt es aber während der Nacht langsam zu dämmern. Sie werden wohl schon bald die erste richtige Nacht erleben.
Weiterer Meilenstein in Reichweite
Der starke Wind der letzten Tage hatte aber auch Vorteile. Mit geeigneten Böen konnte das Team geschickt über die Wellen surfen und dabei Spitzengeschwindigkeit von 9,1 Knoten erreichen. «Das war ein unglaubliches Gefühl», schwärmen die Vier. Wenn alles nach Plan läuft, werden sie demnächst den Polarkreis verlassen. Nach aktuellem Wissen hat bisher noch kein Team die Strecke von der Eiskante am Nordpol bis aus dem Polarkreis heraus vollständig nur mit Muskelkraft gerudert. Das wäre ein weiterer besonderer Meilenstein für die vier Freunde.
Ankunft in Schottland gegen Ende der ersten Augusthälfte
Aktuell zeigt sich das Wetter etwas positiver. Die vier Ruderer kommen gut voran und nutzen die vorübergehend günstigeren Bedingungen aus. An Bord herrscht trotz der zum Teil widrigen Aussenbedingungen eine sehr gute Stimmung – alle sind wohlauf und hoch motiviert. In wenigen Tagen dürfte Ramp, Möckli, Jacobs und von Mitzlaff aber bereits das nächste kräftige Tiefdruckgebiet erreichen. Je nach Intensität könnten sie erneut gezwungen sein, den Treibanker auswerfen zu müssen. Daher ist eine genaue Prognose der Ankunftszeit noch nicht möglich, sie dürfte sich jedoch gegen Ende der ersten Augusthälfte einpendeln. Ziel des Abenteuers ist Thurso im Norden Schottland.
Abenteuer live verfolgen:
Das Abenteuer kann auf der Webseite von Arctic Row live verfolgt werden: arcticrow.ch/theroute.
* Ein Para Anker (Treibanker) ist ein fallschirmähnliches Stoffgerät, das im Wasser eingesetzt wird, um ein Boot abzubremsen und seinen Bug gegen Wind und Wellen zu stabilisieren. Er dient als wichtige Notfall- und Sicherheitsausrüstung beim Rudern auf hoher See oder im offenen Meer. Der Para Anker funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Fallschirm: Er öffnet sich unter Wasser wie ein kleiner Fallschirm oder Beutel und erzeugt durch den Wasserwiderstand einen starken Zug. Er ist mit einer starken Leine am Bug des Ruderbootes befestigt. Der Zug hält den Bug des Bootes gegen Wind und Wellen aufrecht.
Bild:
Team Arctic Row: “Anstossen” auf 1000 Nautical Miles (von links nach rechts: Roman Möckli, Florian Ramp, Ben von Mitzlaff, Fredrik Jacobs)
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