Drei Jubiläen: 30 Jahre «Neue deutsche Rechtschreibung», 20 Jahre Revision der Rechtschreibreform, 20 Jahre SOK

(Basel(/PPS) Am 1. August 2006 trat die revidierte «neue» deutsche Rechtschreibung in Kraft, eine halbherzige Korrektur der vielkritisierten Reform von 1996, die sogar im Urteil ihrer Auftraggeber, der deutschen Kultusminister, falsch war.

Angesichts der alten und neuen Mängel jener vom Staat viel zu schnell durchgesetzten Revision gründeten am 1. Juni 2006 Praktiker aus Verlagen, Sprachwissenschaft, Schule und Politik die «Schweizer Orthographische Konferenz» (SOK). Die SOK hat umfangreiche Wörterlisten mit Empfehlungen vorgestellt und bisher zehn Tagungen zu Themen der deutschen Rechtschreibung und Sprache durchgeführt (sok.ch).

Die SOK konstatiert zu ihrem 20jährigen Bestehen, dass die Mängel des amtlichen Regelwerks 2006 bis heute fast unverändert bestehen. Nach wie vor ist es amtlich verboten, längst übliche deutsche Wörter wie das 500jährige «jedesmal» zu verwenden, nach wie vor können wir nicht wissen, ob mit einem «wohl bekannten Mangel» ein allen bekannter oder ein eher unbekannter gemeint ist, und in einem Satz «Nur wenige hörten aufmerksam zu, einige schliefen, einzelne schnarchten laut» schreiben wir «wenige» und «einige» seit jeher klein, «einzelne» muss seit der Reform aber gross geschrieben werden.

Die verfehlte Reform und ihre halbherzigen Verbesserungen haben nachhaltige Verunsicherung und ein Gefühl der Beliebigkeit hervorgerufen. Zweifellos hat die rapide abnehmende Schreibkompetenz nicht nur von Studenten und Schülern hier eine ihrer Ursachen.

Die SOK ruft dazu auf, dass die staatlichen Instanzen ihre Zuständigkeit für die Rechtschreibung wieder abgeben und dass das amtliche Regelwerk in seiner heutigen Form unabhängig überprüft wird. Wir müssen wieder einen Weg zu einer einheitlichen, sprachrichtigen und sich autonom entwickelnden Rechtschreibung finden. 100 Millionen Deutschsprachige brauchen weder eine alte noch eine neue noch eine verbesserte Orthographie, sondern schlicht die beste.

Firmenportrait: 

SOK 
Schweizer Orthographische Konferenz

Die Schweizer Orthographische Konferenz wurde von Sprachwissenschaftern und Praktikern der Presse und der Verlage gegründet, um die von der Rechtschreibreform beschädigte Einheitlichkeit und Sprachrichtigkeit der Rechtschreibung in Presse und Literatur der Schweiz wiederherzustellen.

Die SOK steht allen Personen offen, die die Ziele und Empfehlungen der Gesellschaft unterstützen.

Pressekontakt: 

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4056 Basel

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