Einheitsredaktionen und Kompetenzzentren bei Tamedia – impressum bangt um Medienvielfalt und befürchtet schleichenden Stellenabbau

(Fribourg)(PPS) Die Information war erwartet worden, kam nun aber überraschend früh: Nach den gestern bekannt gewordenen Kündigungen in der Romandie, gab Tamedia heute eine gross angelegte Reorganisation seiner Redaktionen bekannt. impressum bangt um die Medienvielfalt, auch wenn die einzelnen Titel beibehalten werden sollen. Zudem befürchtet der Berufsverband angesichts der bekannt gegebenen Sparziele einen schleichenden Stellenabbau. Erfahrungen zeigen, dass auf Änderungen in der Organisationsstruktur regelmässig Kürzungen beim Personal und das Verschwinden von Titeln folgen.

Die heute von Tamedia bekannt gegebene Reorganisation ist in den Augen von impressum eine äusserst besorgniserregende Entwicklung für die Medienvielfalt. Auf Mantelzeitungen folgen nun Mantelredaktionen und Kompetenzzentren. Gemäss Mitteilung von Tamedia sei das Ziel zwar, „die wirtschaftliche und redaktionelle Unabhängigkeit der zwölf bezahlten Tageszeitungen und der beiden Sonntagszeitungen in der Deutschschweiz und der Romandie zu sichern“, was impressum mit Genugtuung, aber auch mit grosser Skepsis zur Kenntnis nimmt. Denn wie die Vielfalt bei einer faktischen Einheitsredaktion tatsächlich umgesetzt werden soll, ist fraglich und bleibt auch nach den Informationsveranstaltungen für die Mitarbeitenden unklar.

Tamedia schreibt in seiner Mitteilung weiter, dass es nicht zu Entlassungen kommen werde. impressum nähme das Medienunternehmen diesbezüglich gerne beim Wort. Dass das Versprechen allerdings bereits im Rahmen der Informationsveranstaltungen relativiert wurde, und gestern bereits sechs Entlassungen in der Romandie bekannt gegeben worden waren, bestärkt die Zweifel daran, dass die gesteckten Sparziele nur über Reorganisation und Bündelung der Kompetenzen und ohne Kürzungen beim Personal erreicht werden können. impressum befürchtet vielmehr, dass es zu einem schleichenden Stellenabbau kommen wird und der Druck auf die einzelnen Mitarbeitenden entsprechend noch weiter wachsen wird.

Begründet wird diese gross angelegte Reorganisation – wie dies regelmässig der Fall ist – mit wegbrechenden Werbeeinnahmen. Dass der Journalismus auf komplett neue Finanzierungsmodelle angewiesen ist, scheint beim Medienkonzern noch nicht realisiert worden zu sein. Man greift vielmehr auf eine weitere, gross angelegte Sparübung zurück, unter der die Medienvielfalt, vor allem aber auch die Mitarbeitenden leiden werden.

impressum beobachtet die Entwicklungen weiterhin äusserst aufmerksam und steht seinen Mitgliedern zur Seite.

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