HSUB bedauert Einführung des Freileitungsgrundsatzes

(Ardon)(PPS) Der Verein Hochspannung unter den Boden (HSUB) bedauert den heutigen Entscheid des Ständerates, für Höchstspannungsleitungen einen gesetzlichen Freileitungsgrundsatz einzuführen. Damit wird die bisher bewährte technologische Offenheit eingeschränkt, wonach je nach Standort sowohl Freileitungen als auch Erdkabel möglich sind.

Aus Sicht von HSUB verkennt der Entscheid wichtige Entwicklungen der letzten Jahre. Moderne Stromnetze können auch mit einem bedeutenden Anteil an Erdkabeln stabil und sicher betrieben werden. Gleichzeitig können Erdkabel gerade in Siedlungsgebieten, sensiblen Landschaften oder landwirtschaftlich genutzten Räumen dazu beitragen, Konflikte, Einsprachen und langwierige Verfahren zu vermeiden. Auch der häufig angeführte Kostenvorteil von Freileitungen relativiert sich, wenn Stromverluste, Nutzungskonflikte, Landkosten sowie Verzögerungen durch Rechtsverfahren berücksichtigt werden. Hinzu kommen Vorteile von Erdkabeln hinsichtlich Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen, Landschaftsschutz und Akzeptanz in der Bevölkerung.

«Mit dem Freileitungsgrundsatz entscheidet sich der Ständerat für eine unnötige Einschränkung des Handlungsspielraums. Die Schweiz ist bisher gut damit gefahren, je nach Situation die beste Lösung zu wählen. Diese Flexibilität wird nun geschwächt», sagt HSUB-Präsident Nationalrat Emmanuel Amoos.

Das Geschäft geht nun zurück an den Nationalrat. HSUB wird sich im weiteren parlamentarischen Verfahren weiterhin für technologieoffene und standortgerechte Lösungen beim Ausbau der Stromnetze einsetzen.

Pressekontakt: 

Hochspannung unter den Boden
Emmanuel Amoos
Präsident
Av de la Gare 27, 1957 Ardon

emmanuel.amoos @ parl.ch