Minergie geht mit neuem Netto-Null-Label einen Schritt voraus
(Basel)(PPS) Für Minergie-Gebäude, die eine Netto-Null-Bilanz erzielen, gibt es ab sofort den Minergie-Netto-Null-Standard. Das neue Label soll dazu beitragen, die nationalen Netto-Null-Ziele bis 2050 zu erreichen. Es wurde heute in Zürich lanciert.
Die Schweiz hat sich verpflichtet, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Im Bausektor bleibt jedoch eine zentrale Frage offen: Was braucht es, damit ein Gebäude über seinen Lebenszyklus Netto-Null erreicht? Bauherrschaften, Planende, Gemeinden und viele Unternehmen haben ehrgeizige Klimaziele, aber oft fehlen ihnen konkrete Vorgaben, um diese zu erreichen. Mit Minergie-Netto-Null schafft Minergie diese fürs Bauen: «Wir bieten einen transparenten und glaubwürdigen Rahmen für die Realisierung von Gebäuden, deren Klimabilanz über den gesamten Lebenszyklus hinweg wirklich bei null liegt», erklärt der Luzerner Regierungsrat und Präsident von Minergie Fabian Peter. «2050 kommt rasch näher, und auch die Kantone brauchen eine machbare Lösung für klimaneutrale Gebäude».
Ein Minergie-Netto-Null-Gebäude ist ein neu erstelltes oder saniertes Gebäude, das über seinen definierten Lebenszyklus von 60 Jahren sehr geringe Treibhausgasemissionen (THGE) verursacht. Nach der Ermittlung der Lebenszyklusemissionen wird der im Gebäude gespeicherte Kohlenstoff von den verbleibenden Emissionen abgezogen und reduziert somit die Treibhausgasbilanz. Die restlichen Emissionen werden durch den Einsatz geprüfter Negativemissionszertifikate ausgeglichen, sodass insgesamt eine Netto-Null-Bilanz im Sinne des Klimagesetzes erreicht wird. Diese Logik macht den Prozess klar, messbar und zuverlässig.
Beim Neubau basiert das Label auf einem Minergie-P/-A-ECO-Standard, für Sanierungen genügt der Minergie-Standard. Das Label kann zudem mit dem SNBS-Hochbau kombiniert werden. Das Produkt folgt einem dreiphasigen Vorgehen, das bereits in der Projektkonzeption beginnt:
- CO2 vermeiden – Emissionen, wo immer möglich, reduzieren
- Speichern – Kohlenstoff im Gebäude binden
- Ausgleichen – Ausgleich der restlichen Emissionen durch geprüfte Negativemissionszertifikate.
Nach dem Erwerb der entsprechenden Negativemissionszertifikate wird das Minergie-Netto-Null-Zertifikat ausgestellt. Das Gebäude verfügt dann für die nächsten 60 Betriebsjahre über eine CO2-neutrale Bilanz.
«Wir dürfen nicht länger warten»
«Wollen wir das Ziel Netto-Null 2050 als Land erreichen, müssen wir nun den nächsten Schritt tun. Vermeiden allein reicht nicht mehr, man muss wirklich auf Netto-Null runter», sagt Andreas Meyer Primavesi. «Der Kanton Basel-Stadt will 2037 Netto-Null erreichen, viele Institutionen 2040. Minergie-Netto-Null zeigt, dass das bereits 2026 geht – kombiniert mit sehr hohen Anforderungen: Wir bilanzieren die grauen Emissionen mit. Und sind damit um Faktoren strenger als die in den nächsten Jahren in Kraft tretenden Gesetze. Und interessanterweise ist der Standard dennoch machbar und finanziell tragbar», so Andreas Meyer Primavesi.
Bild: Dem Lancierungsevent von Minergie-Netto-Null im Kongresshaus Zürich (im Bild: Geschäftsleiter Andreas Meyer Primavesi) wohnten 180 Personen bei.
Minergie ist der Schweizer Baustandard für Komfort, Effizienz und Klimaschutz – sowohl in Neubauten als auch bei Modernisierungen. Eine besondere Rolle spielen dabei die hochwertige Gebäudehülle, ein kontrollierter Luftwechsel sowie die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Minergie-Bauten setzen konsequent erneuerbare Energien ein, nutzen das Potenzial der Solarenergie, sind CO2-frei im Betrieb, minimieren die Treibhausgasemissionen in der Erstellung und verfügen über ein konsequentes Energiemonitoring.
Die drei bekannten Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A können mit dem Zusatz ECO erweitert werden. Der Standard Minergie-Areal wird auf gesamte Areale angewendet und berücksichtigt zusätzlich den Aussenraum und die Mobilität. Beim neuen Label Minergie-Netto-Null werden die restlichen CO2-Emissionen auf null ausgeglichen. Minergie-Betrieb ergänzt das Portfolio für einen energieeffizienten Betrieb. Minergie gewährleistet somit eine Qualitätssicherung in allen Phasen – von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb.
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