öV-Preise für die 2. Klasse steigen überdurchschnittlich - Ausnahme ist das Erwachsenen-GA

(Bern)(PPS) Das Generalabonnement 2. Klasse kostet ab Dezember 2023 rund 4’000 Franken: Heute gibt die Alliance SwissPass die definitive Preissteigerung um durchschnittlich 3.7% im öffentlichen Verkehr bekannt. Diese Tariferhöhung kommt im falschen Moment, da die Haushaltbudgets durch die allgemeine Preisexplosion bereits arg gebeutelt sind. Dass trotz starker Kritik die Tarife der 2. Klasse stärker erhöht werden als die der 1. Klasse, ist in der aktuellen Situation unverständlich. Eine Ausnahme ist das GA für Erwachsene. Zudem sollte der öffentliche Verkehr eigentlich dem Klima zuliebe an Attraktivität und Vertrauen gewinnen. Doch der Ausbau der Sparbillette bewirkt eher das Gegenteil, denn er bevorteilt einzelne öV-Nutzerinnen und Nutzer und schadet gleichzeitig der Preistransparenz. Weiterhin erwartet der Konsumentenschutz von der öV-Branche deutlich mehr innovative neue Angebote statt fragwürdige Tariferhöhungen.

Brief- und Pakettarife, Strompreise, Mietzinsen, Hypotheken, Lebensmittelpreise, Krankenkassenprämien – und weiter auch die Tarife im öffentlichen Verkehr (öV). Zwar fallen die Tariferhöhungen nicht ganz so hoch aus, wie sie die Allianz SwissPass im April angedroht hatte. Dennoch: Die um durchschnittlich 3.7% erhöhten Preise sind für die Budgets der öV-Nutzenden einschneidend, besonders angesichts der grassierenden Preisexplosion.

Preiserhöhungen statt innovative Produkte

Die Tarife werden erhöht, aber nach einer schweizweit gültigen Palette an innovativen neuen Produkten, wie beispielsweise ein Pendler-GA, um auf die vermehrte Homeoffice-Arbeit seit der Pandemie zu reagieren, sucht man vergebens. «Ein attraktives, zeitgemässes und schweizweit gültiges Angebot würde der Schweizer Bevölkerung den Umstieg vom individuellen auf den öffentlichen Verkehr erleichtern und den Verkauf von Abonnements und Tickets steigern», kommentiert die Geschäftsleiterin Sara Stalder den Tarifschub.

Tarife der 1. Klasse werden weniger stark erhöht

Die Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr werden ungleichmässig auf die beiden Klassen verteilt. Einzig beim GA für Erwachsene ist die Erhöhung fair auf beide Klassen verteilt, wie diese Tabelle zeigt. «Leider ist unsere scharfe Kritik auf die Ankündigung, die Preise der 1. Klasse weniger stark zu erhöhen als jene für die 2. Klasse, bei der Allianz SwissPass nur beim Generalabonnement für Erwachsene auf Gehör gestossen», bedauert Sara Stalder.

Sparbillette sind weniger attraktiv als sie scheinen

Die angekündigte Erhöhung der Sparbillett-Kontingente ist nur auf den ersten Blick interessant. In der Realität sind sie nur für wenige Kundengruppen hilfreich. «Nur wenige öV-Nutzerinnen und Nutzer sind terminlich flexibel genug, um vom Sparbillett-Angebot wiederholt profitieren zu können. Kommt dazu, dass die Kunden durch die Sparbillette die Übersicht über die wirklichen Preise verlieren», meint Sara Stalder. «Die über die Sparbillette angestrebte Nutzungslenkung funktioniert deshalb schlecht. Insgesamt tiefere Tarife wären die bessere Lösung für alle Beteiligten.»

Firmenportrait: 

Der Konsumentenschutz vertritt unabhängig, kompetent und engagiert die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten. Er ist in der Information und Beratung tätig, verhandelt mit Anbietern und Behörden und vertritt die Konsumenteninteressen auf politischer Ebene.

Die Stiftung mit Sitz in Bern kann auf eine breit abgestützte Finanzierung zählen und agiert parteipolitisch unabhängig. Präsidentin: Nationalrätin Nadine Masshardt, Geschäftsleiterin: Sara Stalder.

Stopp Preisexplosion!

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Pressekontakt: 

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Nordring 4
3013 Bern

Sara Stalder, Geschäftsleiterin, 078 710 27 13