Nahezu 100 Personen demonstrierten auf dem Vorplatz des Tamedia-Gebäudes

(Freiburg)(PPS) In Lausanne, auf dem Vorplatz des Tamedia-Turms, bekundeten am Montag zwischen 9.30 und 11.30 Uhr beinahe 100 Medienschaffende, Politikerinnen und Unterstützer der Verbände ihre Solidarität. Sie alle prangerten die beispiellose Massenentlassung an, die Tamedia letzte Woche ankündigte. In der Suisse Romande sind 28 Stellen betroffen, in der Deutschschweiz 20 Stellen. Zur gleichen Zeit fand ein erstes Treffen mit der Geschäftsleitung statt, um alternative Massnahmen auszuhandeln.

Letzte Woche kündigte Tamedia eine Massenentlassung an, die mehr als 10 % der Arbeitsplätze in der Westschweiz bedroht. Zahlreiche Titel und Rubriken werden von Tamedia ins Visier genommen: 24 heures, Tribune de Genève, le Matin dimanche, die Einheiten TES (Fotografie, Produktion, Layout) sowie die Redaktion T (Schweiz, International, Wirtschaft). Nach diesen Ankündigungen demonstrierten am Montagmorgen an die 100 Personen auf dem Vorplatz des Tamedia-Gebäudes ihre Wut und ihre Forderungen. Mit Pfeifen und Pfannen machen die Anwesenden lautstark Lärm und sendeten der Geschäftsleitung, die zur gleichen Zeit mit impressum und den Vertretern der Redaktionen verhandelte, eine starke Botschaft.

Caroline Gehbard, Präsidentin der Waadtländer Sektion von impressum, empörte sich vor ihren versammelten Kolleginnen und Kollegen: «Seit Jahren stellt die TX Groupe keine überlegten Abwägungen mehr an. Sie zerquetscht die Redaktionen, deren Kompetenzen, die Berufung vieler Menschen, die journalistischen Inhalte, das Leben vieler Journalistinnen und Journalisten.» Pierre-Yves Maillard, Nationalrat der SP, prangerte an, dass ein Konzern mit derart umfangreichen Mitteln in der Lage sein sollte, andere Lösungen als diese zahlreichen Entlassungen zu finden. Dutzende Wortmeldungen, darunter jene von Urs Thalmann, Geschäftsführer von impressum, unterstrichen die Absurdität der Entlassungen, während die TX Group profitabel ist und üppige Dividenden ausschüttet. Zuletzt wurden mehr als 47 Millionen Franken in Dividenden ausbezahlt. Auch das Unternehmen Tamedia, das sich ausschliesslich der Presse widmet, ist stabil und war dieses Jahr profitabel. Ein Wort von Edgar Bloch, Präsident des Zentralvorstands von impressum, prangerte dieses Vorgehen an und versichert: "impressum wird standhaft an der Seite der Medienschaffenden stehen und sie in diesem Kampf begleiten, um das Maximum gegen diese völlig inakzeptable allgemeine Abbaumassnahme zu tun."

Der Berufsverband der Schweizer Journalistinnen und Journalisten steht den Medien für weitere Informationen zur Verfügung.

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