Verunreinigte Babymilch: Danone muss Klarheit schaffen
(Bern)(PPS) Danone hat in den letzten Tagen in Deutschland und Österreich verschiedene Aptamil-Babymilchprodukte vom Markt genommen, weil sie möglicherweise mit dem Toxin Cereulid verunreinigt sind. Über die Situation in der Schweiz hält sich die Herstellerfirma Danone immer noch bedeckt. Der Konsumentenschutz verlangt von Danone, klar und unmissverständlich zu informieren statt zu vertuschen. Denn auf der Webseite heisst es lediglich, die Produkte in der Schweiz seien von der Rücknahme nicht betroffen – so wie es fälschlicherweise auf der österreichischen Webseite letzte Woche noch zu lesen war.
Welche Babymilchprodukte sind von einer Verunreinigung durch das Toxin Cereulid betroffen? Seit Wochen werden Eltern durch Rückrufe von Firmen wie Nestlé oder Hochdorf verunsichert, auch weil diese sehr verzögert kommuniziert werden. Weil weder die Schweiz noch die EU einen Höchstwert für Cereulid eingeführt haben, verfügen die Firmen selbst über einen Spielraum, ab welchen Werten sie ein Produkt als nicht mehr verkehrsfähig einstufen und ein Rückruf angebracht ist.
Der französische Nahrungsmittelkonzern Danone ist ebenfalls betroffen. Er hebt sich durch seine intransparente Kommunikation besonders hervor: In verschiedenen Ländern hat Danone bereits Babymilchprodukte zurückgezogen, Ende letzter Woche auch in Deutschland und Österreich. Besorgte Eltern erfahren auf der Schweizer Webseite lediglich, dass die Produkte, welche in der Schweiz verkauft werden, von einer Rücknahme nicht betroffen sind.
Damit ist jedoch nicht gesagt, dass sie frei von Cereulid sind. Dieselbe schwammige Formulierung fanden Konsument:innen letzte Woche auf der Aptamil-Webseite von Österreich, wo jetzt doch verschiedene Chargen zurückgerufen wurden.
Ist die Situation in der Schweiz tatsächlich anders und aus welchem Grund? Der Konsumentenschutz erwartet von Danone, dass sie informieren, ob der Konzern unterschiedliche, interne Cereulid-Werte für die drei DACH-Länder anwendet oder ob die Zulieferfirma – sprich die chinesische Firma Cabio Biotech – nicht in allen drei Ländern dieselbe ist.
Es ist wichtig, dass Danone garantieren kann, dass die Produkte in der Schweiz bei den Babys keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursachen und eine spätere Rücknahme von Babymilchprodukten ausgeschlossen ist.
Denn auf diese Fragen brauchen Eltern für ihre Babys rasch Antworten. Kinder sind die vulnerabelste Konsument:innengruppe. Eltern müssen darauf vertrauen können, dass sie ihren Babys einwandfreie Produkte verabreichen. Die Nahrungsmittelkonzerne haben hier eine besonders grosse Verantwortung und Danone muss diese endlich wahrnehmen.
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